Erfahrungsbericht und Tipps

Ein Erfahrungsbericht von Katrin

Hallo zusammen,

ich, 31 Jahre alt, w, hatte am 20. März meine geplante Mandelentfernung in München. Mich begleiteten seit über 10 Jahren 3-4 Mal im Jahr schwere Mandelentzündugen, die so gut wie immer mit Antibiotika (Amoxicillin-Clavulan oder Penicillin mega) behandelt wurden. Vor rund 8 Jahren hatte ich eine Mandelentzündung mit Abszess, welche glücklicherweise mit Antibiotika intravenös bei meiner HNO Ärztin ohne Not-OP verheilt ist. (god bless her) Die Mandelentfernung stand immer mal wieder im Raum, generell sah die Leitlinie eine Tonsillektomie (TE) erst ab >4 eitrigen Mandelentzündungen im Jahr vor. Ich war hier also an der Schwelle – und zögerte lange vor dem Eingriff und den damit verbundenen Strapazen.

Anfang 2021 holte ich mir eine zweite Meinung von einem Professor der HNO und angesehenem Arzt im südbayerischen Raum ein. Sein klarer Standpunkt: keine OP. Begründung: durch seine eigenen Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2008 führt eine TE nicht nachweislich zu weniger Entzündungen im Rachenraum. Ich war enttäuscht, respektierte aber die Meinung des Arztes und verwarf mein Vorhaben wieder.

Im Zeitraum Nov 2023 und Jan 2024 plagten mich in kurzem Abstand wieder zwei Mandelentzündungen – ich konnte und wollte damit und den ständigen Antibiose-Therapien nicht mehr leben.

Ich entschied mich für die OP und bekam für 20. März einen Termin. 

Tag der OP

Um 12 Uhr ging es los. Zur Beruhigung bekam ich nichts, ich war zwar aufgeregt, aber alle waren freundlich, und ich fühlte mich gut aufgehoben. Schmerzhaft war das legen des Zugangs am Handrücken. Von der OP selbst habe ich absolut nichts mitbekommen und kann mich nur an das aufwachen im Aufwachraum erinnern. Schmerzen waren o.k. – den restlichen Tag habe ich gedöst und abends durfte ich lauwarme Kartoffelsuppe löffeln. 

Die operierende Ärztin schaute gegen 17 Uhr nach mir – sie meinte alles sei unproblematisch verlaufen und, dass meine Mandeln sehr groß waren. (was ich wusste)

Tag 1-2

Wenig Schmerzen, Besuch empfangen ging sehr gut, ich war aber vorsichtig. Zähneputzen, weiche Nahrung und Katzenwäsche ging gut.

Ich bekam Diclofenac 1-1-1 sowie nachts Paracetamol. Wundbeläge waren weiß und sahen laut Aussage der Ärzte gut aus. Mein Zäpfchen war extrem geschwollen und ich bekam auf dem Rücken liegend kaum Luft. Dafür gab man mir Cortison. 

Tag 3

Pünktlich wie angekündigt gingen die Schmerzen in der Nacht zur Tag 3 so richtig los. Die Schmerzen waren so schlimm, dass das Schmerzmittel nur rund 2 Stunden herhielt. Man gab mir Tiridin (Opiat) von dem ich mich aber nur benommen fühlte. Ab 5 Uhr morgens wurden die Schmerzen besser – das war auch meine Erfahrung in den Tagen darauf. 

Vormittags wurde ich entlassen, da ich nicht weit vom KH wohne und im Notfall schnell da sein konnte. Antibiotika musste ich ab dann für 5 Tage nehmen, da der Rachen leicht entzündet war.

Tag 4-7

Höllische Schmerzen nachts. Alle 2 Stunden aufgewacht und lauwarmen Tee getrunken. Schmerzmittel mäßig bin ich auf Ibuprofen umgestiegen (hilft bei mir besser) und nahm 4-5 400er am Tag.

Tagsüber lag ich nur im Bett. Ich war viel zu kaputt zum aufstehen, die Schlappheit hat mich komplett überwältigt. Essen hat ewig gedauert.

Tag 8-11

Schmerzen werden besser, ich brauche noch 2-3 Ibus am Tag. In der Nacht von Tag 10 auf Tag 11 wurde ich von einer stärkeren Blutung wach. Mit Eis im Nacken hörte es nach 15 min. von alleine auf, aber ich hatte große Angst, dass es erneut losgehen könnte.

Heute ist Tag 12 und ich fühle mich schon deutlich besser. Die Wundbeläge sind noch nicht ganz weg, aber schon sehr dünn und transparent. Ich denke das liegt an der größeren Wundfläche. 

Ich bin froh wenn es vorbei ist, da ich gehofft hatte ab Tag 11 sei alles wieder „normal“. Dass es doch so lange dauern würde, damit hatte ich nicht gerechnet. 

Trotzdem würde ich diese OP wieder machen. 

An alle die es noch vor sich haben: ihr schafft das!

Meine Top-Tipps:

1. Handspiegel und Taschenlampe um nachts die „Lage“ zu checken – den Tipp habe ich von dieser Seite und er war Gold wert

2. Fürs KH: Ohrenstöpsel, eigenes Kissen und Strohhalm zum Trinken

3. Essen: Rührei, Spinatknödel, Risotto milanese, Polenta mit gedünstetem Gemüse und Protein Shake auf Eis. Achtet auf eine hochwertige Ernährung – euer Körper braucht Nährstoffe zur Bildung von neuem Gewebe. 

4. Elektrolyte wenn ich mich ganz schlapp gefühlt habe

5. Trinken, trinken, trinken! Hat mir gegen die Schmerzen und Heilung sehr geholfen.

Viele Grüße

Katrin

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