Mandel-OP mit 50

Ein Erfahrungsbericht von Isabel

Hallo,

zuerst möchte ich mich bei Herrn Brechtel ganz herzlich für diese Internet-Seite bedanken. Ihre Infos und Tipps haben mir sehr geholfen!

Jetzt zu meiner Geschichte. Ich bin 50 Jahre alt und hatte auch sehr oft entzündete Mandeln. Antibiotika musste ich in den letzten Jahren nicht mehr so oft nehmen aber es verging kaum eine Woche ohne Beschwerden. In letzter Zeit hatte ich außer Halsschmerzen viele große Mandelsteine und das hat zusätzlich gestört.

Am Tag der OP musste ich sehr lange warten (ich war um 7:45 Uhr im Krankenhaus und operiert wurde ich erst um 16:30 Uhr!!). Das war nicht so toll, ich hatte Hunger und vor allem sehr viel Durst. Kurz vor dem OP habe ich nach Nachfrage eine Infusion bekommen. Vielleicht als Tipp für andere: sollte es lange dauern, fragen Sie nach eine Infusion. Es mag sein, dass man immer noch Durst spürt aber zumindest hat der Körper genug Flüssigkeit.

Einen Beruhigungsmittel vor der Narkose habe ich nicht bekommen. Ich war etwas aufgeregt aber konnte das im Rahmen halten. So war es mir persönlich recht, „nur“ die Narkose zu überstehen.

Die OP in sich verlief, soweit ich beurteilen kann, gut. Die erste Woche danach war hart. An dem OP-Tag habe ich nichts gegessen, da ich ziemlich spät vom OP wieder im Zimmer war und wollte nicht essen, bevor ich komplett aus der Narkose wach war. Zusätzlich habe ich nach der OP einen zu niedrigen Blutdruck gehabt. Es war mir übel und mir war schwarz vor Augen. Die Schwester gab mir eine Infusion und es ging mir besser. Ich habe dann einfach weiter geschlafen bis am Morgen danach…

Beim Frühstück ging es mit dem Blutdruck wieder „in den Keller“ und ich musste den roten Knopf drücken, um die Schwester zu holen. Ich bekam zum dritten Mal nach der OP eine Infusion und nach einigen Minuten ging es wieder. Ich fühlte mich aber schwach und der Hals schmerzte sehr. Dafür bekam ich Ibuprofen (die ich 4 Mal am Tag nehmen sollte) und konnte endlich etwas essen: Brot mit Butter und Käse. Allerdings habe ich bemerkt, dass es besser war, den Käse getrennt vom Brot zu essen. Das Brot musste ich sehr gut kauen, damit ich es schlucken konnte. Bei dem Käse, wenn ich es zu viel gekaut habe, hat der „Käsebrei“ an die Wunde geklebt… Also lieber getrennt. Nach dieser Erfahrung habe ich bei jeder Mahlzeit erstmal rumprobiert, wie es am besten ging, und in den ersten zwei Tagen habe ich sogar gut gegessen.

Leider bekam ich nach zwei Tagen trotz Pantoprazol (Mittel für Magenschutz) von den ganzen Medikamente Übelkeit. Deswegen wurde es für die Schmerzen mit Novalgin und Paracetamol abwechselnd versucht aber die Übelkeit blieb. Ich wollte verhindern, dass ich mich übergeben würde und bekam einmalig Vomex. Ich habe mich etwas besser gefühlt konnte aber immer noch kaum essen, was für die Genesung sehr wichtig ist. 

Bei der nächsten Visite hat die Ärztin die Schmerzmittel wieder geändert und ich bekam Diclofenac als Zäpfchen. Zäpfchen sind nun mal nicht so angenehm aber sie haben geholfen. Ich hatte weniger Schmerzen und der Magen hat sich erholt. So konnte ich wieder essen und habe mich aufgerappelt, so dass ich am 6. Tag nach OP nach Hause gehen konnte.

Außer Halsschmerzen und Übelkeit hatte ich in den ersten Tagen auch sehr viel Ohren- und Kieferschmerzen. Ich merkte, die Region war sehr geschwollen. Dafür habe ich Eiswürfeln gelutscht. Mit der Zeit hat die Schwellung nachgelassen und damit waren die Schmerzen nicht mehr so stark.

Nachblutungen hatte ich keine. Zumindest nicht, dass ich es bemerkt habe.

Zähne habe ich die ganze Zeit fast wie immer geputzt. Vorsichtshalber habe ich eine Kinder-Zahnbürste und Kinder-Zahnpasta benutzt. Das ging ganz gut.

Dank den Tipps aus dieser Seite 🙂 hatte ich viel vorbereitet. An der Arbeit hatte ich alles organisiert/abgeschlossen. Für meinen Mann hatte ich eine Liste mit wichtigen Infos gemacht (Telefonnummer, Passwörter, etc), so dass er zur Not etwas für mich regeln konnte. Ich hatte vorgekocht und sogar Kuchen gebacken und eingefroren. Das hat mir und meiner Familie sehr geholfen, weil ich zum Kochen nicht fit genug war. Da ich zur Corona-Zeit (nach den ersten Lockerungen) operiert wurde, musste mein Mann sich nicht nur um mich kümmern. Er musste in Home-office arbeiten und Home-Schooling für unseren Sohn organisieren. Das ganze Haushalt war ja auch noch da… Es war wirklich viel Arbeit. Ich bin froh, dass ich so eine Unterstützung hatte!

Also es ist sehr wichtig, so viel wie möglich vorher zu regeln und vorzubereiten. Das vereinfacht alles für diejenigen, die uns in der Zeit helfen.

Beim Termin zur Nachkontrolle bei meiner HNO-Ärztin hat sie mir empfohlen Kaugummis zu kauen. Ich mag normalerweise keine Kaugummis und dachte, das wäre keine gute Idee aber ich hatte Schmerzen und hatte diesen Tipp auch hier gelesen. Ich habe es letztendlich probiert und, siehe da, sie haben tatsächlich geholfen! 

Jetzt ist die OP fast vier Wochen her. Es zieht immer noch an Hals und Ohren aber ich brauche schon lange keine Medikamente. Die Wunde ist geheilt. Das Leben ist jetzt normal. Nur Sport mache ich noch etwas vorsichtig.

Allen, die die OP vor sich haben, möchte ich Mut machen. Für mich war die OP und die Erholung danach kein Spaziergang aber letztendlich war es eine relativ kurze Zeit. Ich werde beobachten, wie es ist, ohne Mandeln zu leben. Ich hoffe, ich bin von Dauer-Halsschmerzen befreit und berichte in Zukunft darüber.

Fürs Erste freue ich mich, dass wir bald einige Tagen Urlaub haben. Bis wir weg fahren bin ich fit und kann den Urlaub genießen!

1 Kommentar zu „Mandel-OP mit 50“

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