OP nach Pfeiff. Drüsenfieber

Ein Erfahrungsbericht von Leon

Hallo zusammen,

auch ich möchte gerne meine Erfahrungen teilen, da mir diese Seite sehr geholfen hat.
Ich bin 20 Jahre alt und hatte eigentlich nie etwas mit Mandelentzündungen zu tun. Doch im November 2022 änderte sich die Situation leider drastisch. Nach meiner 2. Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber (ja, das geht) wollten sich meine Mandeln nicht mehr erholen. Ich nahm mehrere Monate Antibiotika, doch leider brachten diese nichts. Stattdessen bildete sich ein Abszess an den Mandeln. Im Februar diesen Jahres stand dann die OP an. Vorher habe ich mich kaum informiert und würde dies im Nachhinein auch als eine sehr gute Entscheidung beurteilen.
OP-Tag (Tag 0): Da vor OP-Beginn noch alle Zimmer belegt waren, durfte ich mich im Bettenlager umziehen. Das geht ja schon mal gut los! Aber ich hatte von diesem Krankenhaus nichts anderes erwartet. Kaum im OP angekommen, war ich auch schon wieder draußen. Die OP lief wie erwartet, vor Komplikationen während der OP müsst ihr keine Angst haben! Einige Stunden später war ich erstaunlich fit und leuchtete direkt mit der Handytaschenlampe in den Mund. Mein Mund war deformiert. Dort wo vorher die Mandeln saßen, war nun Leere. Es sah unglaublich schmerzhaft aus, aber fühlte sich nicht so an. Am Abend konnte ich sogar einigermaßen normal essen. Juhu! Auch die Nacht verlief total angenehm. Wie ich nun von einer netten Schwester erfuhr, wurde nach Ende der OP noch ein Schmerzmittel in die Wunde gespritzt, sodass die Schmerzen aushaltbar waren.
Tag 1: Die Schmerzen nehmen von Stunde zu Stunde zu. Essen geht noch ganz gut. Man muss sich langsam zwingen, aber der Teller wurde noch leer. So kann’s weitergehen, dachte ich. Die Oxycodon tauschte ich noch gegen 2 IBU 600 ein. Kleiner Tipp: Esst worauf ihr Lust habt, aber am besten nichts, was an der Wunde hängen bleiben kann. Ein Stück Gemüse wollte sich nicht lösen.
Tag 2: Die Schmerzen sind unerträglich und jeder Bissen tut weh. Ich machte den Fehler und ließ den Schmerz zu. Ich bekam vor Schmerzen den Mund nicht mehr auf und konnte nicht mal eine Schmerztablette schlucken. Tipp: Immer schön die Schmerztabletten nehmen. Lasst euch bei starken Schmerzen ruhig Oxycodon oder Ähnliches geben. Besonders die Nächte wurden nun schlimm. Tipp: Immer viel trinken, damit die Fibrinbeläge nicht austrocknen. Sonst besteht Nachblutungsgefahr.
Tag 3 und 4: Tag Keine Besserung in Sicht. Die Diät geht so richtig los. Ich habe zu der Zeit ca. 200 ml Wasser am Tag getrunken und an Essen war nicht zu denken. Tipp: Reißt euch zusammen und trinkt und esst. Das ist für die Heilung unerlässlich.
Tag 5: Endlich durfte ich nach Hause. Es ging langsam bergauf. Für die nächsten 2 Wochen habe ich mich bei Hotel Mama eingebucht. Tipp: Wenn ihr alleine die nachfolgenden Tage verbringt, bereitet schon vor der OP alles vor. Also besorgt euch ordentlich Schmerzmittel und legt einen Vorrat an Fertigessen an.
Tag 6-14: Es wurde nun von Tag zu Tag besser. Die Stimme war noch völlig im Eimer und auch der Kiefer war noch sehr verklemmt, aber es war Licht am Ende des Tunnels zu sehen. In einer dieser Nächte hatte ich eine kleine Blutung, aber die war schnell vorbei. Besonders in der Nacht ist die Nachblutungsgefahr hoch, da dort die Fibrinbeläge austrocknen und sich lösen können. Vllt kann da ja ein Luftbefeuchter helfen?!
Tag 15 +: Es wurde nun immer besser und ich nahm wieder am normalen Leben teil. Die Halsschmerzen blieben noch eine ganze Weile bestehen, aber nur in einem sehr geringen Umfang. Ein Antibiotikum hätte hier wahrscheinlich Abhilfe verschafft, aber es ging auch so weg.
Nun sind fast 3 Monate rum und ich kann sagen: die OP war zu 100% die richtige Entscheidung. Ich will euch da nichts vormachen: Die ersten Tage/Wochen nach der OP sind wirklich schmerzvoll, aber es lohnt sich. Oder wollt ihr bis zum Ende eures Lebens Antiobiotika aufgrund von entzündeten Mandeln nehmen?
Zusammenfassende Tipps:
1. Geht in ein Krankenhaus, in dem ihr euch gut aufgehoben fühlt.
2. Nehmt alles an Schmerzmitteln, was ihr bekommt. Niemand sollte solche Schmerzen aushalten müssen.
3. Informiert euch, was bei einer Nachblutung zu tun ist. Das rettet Leben!
4. Immer schön essen und trinken, auch wenn der Körper nein sagt. Kein Kaffee und keine heißen und scharfen Speisen versteht sich von selbst. Alles was den Kreislauf in Schwung bringt, ist tabu 😉
5. Milcheis hat mich durch die schmerzvollsten Tage gebracht. Es ist lecker und betäubt den Schmerz.
6. Guckt euch ruhig mal in den Mund. Solche Krater sieht man nicht allzu häufig und man kann live bei der Heilung zugucken. Wenn ihr die Bilder dann noch Verwandten und Freunden zeigt, fühlt jeder mit euch.
7. Lieber einmal zu viel zur Nachkontrolle gehen, als einmal zu wenig. Vor allem, wenn ihr das Gefühl habt, dass etwas nicht stimmt. 

Ich wünsche euch von Herzen alles Gute!

3 Kommentare zu „OP nach Pfeiff. Drüsenfieber“

  1. Hallo Sophia,
    bei mir wird das pfeif. Drüsenfieber auch immer wieder reaktiviert, und ich bekomme dann regelmäßig eine Mandelentzündung. Es beruhigt sich kaum noch und mir werden nun die Mandeln im April entfernt. Ich habe schon ziemlich Bammel davor, aber immer so viel krank sein und Antibiotikum nehmen müssen geht auch nicht.
    Liebe Grüße Conny

  2. Hey 🙂
    Bin grad auf deinen Bericht gestoßen und fand ihn sehr interessant. Ich hab vor drei Jahren auch das Pfeiffersche Drüsenfieber gehabt und mein Immunsystem ist seitdem im Keller. Bin alle 1-2 Monate richtig krank (es fängt meist mit den Mandeln an und dann das volle Programm). Auch meine Niere ist seither oft entzündet. Bin wirklich schon etwas verzweifelt…
    Meine Ärztin hat mir neulich den Tipp gegeben, darüber nachzudenken, meine Mandeln rausnehmen zu lassen. Das werd ich jetzt im März machen lassen und hoffe sehr, dass sich dadurch mein dauerhaftes Kranksein verbessert.
    LG Sophia

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