OP – Mandel und Polypen

Ein Erfahrungsbericht von Isabell

Guten Tag,

da diese Seite für mich eine so große Hilfe war, möchte ich meine Erfahrung auch mit anderen Betroffenen teilen. 

Fangen wir am Tag der OP an. Ich wurde um 11 Uhr operiert und war gegen 14 Uhr wieder auf meinem Zimmer. 
Bereits kurz nach der OP wurde mir gesagt, ich solle versuchen, sofern möglich direkt etwas Wasser zu trinken. Ich habe am Tag der OP „leider“ keinerlei Essen mehr bekommen, mein Hunger war kaum auszuhalten. Zugetraut etwas zu essen, hätte ich mir auf jeden Fall.
Die erste Nacht war geschafft und morgens merkte ich auch direkt, dass doch in meinem Hals operiert wurde, und ich Schmerzmittel benötige, sowie ein neues Kühlpack zum Hals von außen kühlen. Damit ging es aber wieder direkt besser. Ich habe 4x täglich Voltaren bekommen und 1 Tablette für den Magen. Damit ließ es sich wirklich aushalten. Ab Tag 1 nach der OP hatte ich leichten Ohrenschmerz. Ich fand es allerdings aushaltbar, ich habe da schon deutlich schlimmere Ohrenschmerzen gehabt hatte und auch die Halsschmerzen hielten sich in Grenzen. Getrunken habe ich jeden Tag circa 2 Liter Fencheltee (Zimmertemperatur) und 1 L stilles Wasser (ebenfalls Zimmertemperatur). Das trinken war zwar manchmal wirklich anstrengend, weil das schlucken doch beschwerlich war, allerdings hatte ich nach dem trinken immer ein „angenehmeres“ Gefühl im Hals.
Am 2. Tag nach der OP hatte ich auch immer wieder Husten, da löste sich dann immer Schleim aus Hals und Nase der einfach weg musste. Also vorsichtig husten, vorsichtig Nase putzen und viiiiiel trinken. Essen war an Tag 2 nach der OP etwas schwieriger, die Zunge tat mir an diesem Tag ziemlich weh und deshalb habe ich auch den Kartoffelbrei den es zum Mittag gab, nicht ganz geschafft. Die Schmerzen ab Tag 3 muss ich ehrlich gestehen, wurden zu einer absoluten Herausforderung… es wurde wirklich ab Tag 3 bis Tag 7 immer schlimmer. Ich bin aufgewacht, sobald die Schmerztablette vom Abend aufgehört hat zu wirken; die Schmerzen gingen wirklich fast ins Unermessliche. Jede Bewegung am Hals tat weh, selbst das umdrehen im Bett hat zu Schmerzen geführt, die ich mir vorher kaum hätte vorstellen können. Die Schmerzmitteleinnahme hat sich wirklich 4 mal täglich zu einem Kampf entwickelt, weil das schlucken so unglaublich beschwerlich war, dass mir währenddessen schon die Tränen liefen, und ich mich danach sofort hinlegen musste mit Kühlpack und erstmal wieder klarkommen musste, bis der Schmerz endlich anfing etwas nachzulassen. Ich muss zugeben, selbst mit den Schmerzmitteln habe ich immer noch teils starke Schmerzen gehabt… aber mit Ausruhen dann auch auszuhalten.
Eines Morgens hatte ich auch eine kleine Nachblutung bzw. diese muss nachts im Schlaf gewesen sein. Ich hatte einen schleimigen Blutklumpen im Hals den ich dann ausgespuckt habe und dann sicherheitshalber trotzdem nochmal mit kaltem Wasser den Hals beruhigt und gekühlt. 
Ab Tag 9 war das Schlimmste dann endlich geschafft, Schmerzmittel musste ich circa bis Tag 14 nehmen, allerdings habe ich da nur noch morgens und abends eine gebraucht.
Bis allerdings sprechen wieder auf einem normalen Level möglich war, hat es bei mir doch gute 4 Wochen gedauert. Es war sehr sehr anstrengend für den Hals, und ich habe gefühlt über 4 Wochen hinweg jeden Tag gute 3 – 3,5 L getrunken, da ich dauerhaft das Gefühl hatte meinen Hals feucht halten zu müssen. Ich habe immernoch ein leichtes offenes Näseln, was mich aber mittlerweile nicht mehr so stört, man gewöhnt sich an alles. 😀 

Alles in allem, meine OP ist jetzt knapp ein halbes Jahr her und ich muss wirklich sagen, es geht mir so gut wie gefühlt nie. Seitdem ich ein kleines Kind war, haben mich regelmäßige Mandelentzündungen und ausufernde Erkältungen, mit Lungenentzündungen und einer Gehirnhautentzündung geplagt. Mein Körper hatte gefühlt keine funktionierende Immunabwehr mehr. Sobald jemand im 5 km Umkreis erkältet war, war ich innerhalb eines Tages so krank; dass ich wirklich zu kaum noch etwas im Stande war. Die Schmerzen nach der OP sind nicht zu unterschätzen, da müsst ihr wirklich Zähne zusammenbeißen und das durchstehen. Aber ich kann für mich nur sagen, dass es die allerbeste Entscheidung war, und ich mich seitdem körperlich endlich wieder gesund fühle und mein Leben wieder richtig genießen kann. 

Vielen Dank und viele Grüße 
Isabell

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