OP mit 31 – ohne Reue

Ein Erfahrungsbericht von Johann

Hallo, mein Name ist Johann, ich bin 31 Jahre alt und habe mir nun die Mandeln entfernen lassen – mit einmaliger Nachblutung durch Tabletten, aber dazu später mehr.

Seit Januar hatte ich ungefähr alle zwei Monate eine Mandelentzündung. Manchmal hat ein Antibiotikum geholfen, manchmal nicht. Wie ich weiß, dass es alle zwei Monate war? Ganz einfach: Erstens, ich habe es selbst erlebt, und zweitens fing es immer um den 20. des Monats an – und das regelmäßig alle zwei Monate.

Im Januar war ich bei meinem Hausarzt. Meine Mandelentzündung dauerte dreieinhalb Wochen, und ich bekam jede Woche ein neues Antibiotikum. Irgendwann ging es dann weg. Im März bekam ich erneut eine Mandelentzündung. Dieses Mal ging ich zum HNO-Arzt. Er meinte zu mir, meine Mandeln müssten raus, weil sie immer wieder Probleme machen würden. Er operiert auch selbst, war aber zu diesem Zeitpunkt komplett ausgebucht. Daher bekam ich von ihm eine Liste mit mehreren Kliniken.

Zu Hause angekommen, telefonierte ich alle durch. Ein Krankenhaus hatte kurzfristig im Mai einen Termin frei – allerdings nur für ein Gespräch. Also fuhr ich im Mai dorthin. Nach langer Wartezeit wurde ich untersucht. Die Ärztin meinte, es gebe keinen Grund für eine Operation. Enttäuscht und verunsichert fuhr ich wieder nach Hause – in der Hoffnung, dass ich keine Mandelentzündung mehr bekommen würde.

Doch im Juli war es wieder soweit. Ich bekam eine Mandelentzündung, fuhr erneut zum HNO-Arzt und bekam Antibiotika. Zunächst half es, aber zwei Tage später fing es wieder von vorne an. Wieder zum HNO, und diesmal sagte er: „Ich nehme die Mandeln selbst raus.“ Der Termin wurde für den 02.09. festgelegt – ich war erleichtert und dankbar.

Eine Woche vor dem Termin musste ich zur Blutabnahme, und am nächsten Tag ins Krankenhaus zum Narkosegespräch. Am selben Tag rief mich mein HNO an und meinte, in meinem Blutbild stimme etwas nicht – Verdacht auf eine Gerinnungsstörung. Ich sollte zu einem Spezialisten. Ich bekam einen Termin, fuhr dorthin und wartete ein paar Tage auf die Ergebnisse. Am Ende stellte sich heraus, dass es nur ein Transportfehler war. Alles war in Ordnung, und ich bekam einen neuen OP-Termin für den 16.09.

Dann ging es endlich los.

Tag 0:
Im Krankenhaus angekommen, musste ich zunächst im Wartezimmer warten, bis ich aufgerufen wurde. Meine Gedanken spielten verrückt – ich hatte Angst, war verunsichert und wollte am liebsten abbrechen.
Nach etwa 1,5 Stunden wurde ich aufgerufen, musste mich umziehen und bekam Tabletten. Nach einer halben Stunde wurde ich in den OP-Saal gebracht – dann ging es los.
Nach der Narkose wachte ich auf, bekam Eis und wurde nach einer Weile ins Zimmer gebracht. Dort bekam ich auch gleich etwas zu essen.

Tag 1 – 4:
Erstaunlicherweise hatte ich kaum Schmerzen. Nur mein Zäpfchen war stark angeschwollen, was mich gestört hat, weil ich dadurch oft einen Würgereiz hatte. Aber damit konnte ich leben.

Tag 5:
Immer noch kaum Schmerzen, alles war gut auszuhalten. Beim Blick in den Spiegel sah ich ein bisschen Blut. Laut Ärztin war das normal, weil sich Beläge lösten. Es war keine Nachblutung, das Blut lief auch nicht aus dem Mund heraus. Alles im grünen Bereich.
Ich wurde entlassen und musste vorsorglich Antibiotika einnehmen.

Tag 6 – 10:
Die Schmerzen waren weiterhin sehr gering, alles war erträglich. Essen und Trinken funktionierten problemlos. Nur mental war es manchmal schwer: Ich redete mir ein, dass es nie besser würde. Klar, wenn man fast nur zu Hause ist und kaum etwas machen kann, kommt einem vieles schlimmer vor. Im Großen und Ganzen ging es mir aber gut.

Tag 11:
Morgens nahm ich mein Antibiotikum – die Tablette war sehr groß. Etwa 5 Minuten später spürte ich etwas im Hals, schaute in den Spiegel und sah Blut. Die erste richtige Blutung: und zwar heftig. Nach ca. 20 Minuten hörte es von allein auf.
Den Tag über ging es mir gut.
Abends nahm ich erneut das Antibiotikum – und wieder, 5 Minuten später, eine Blutung. Diesmal noch stärker. Sie hörte aber von selbst auf. Zwei Stunden später wachte ich mit Husten auf, wieder Blut. Ich rannte ins Bad, und diesmal hörte es gar nicht mehr auf. Ich rief den Rettungswagen, wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort versuchte man, die Blutung – dieses Mal eine echt Nachblutung – zu stoppen, ohne Erfolg. Also wurde ich in den OP gebracht. Narkose – und die Stelle wurde verödet.

Tag 12 – 16:
Am 12. und 13. Tag musste ich im Krankenhaus bleiben. Mein Kopf spielte verrückt, ich hatte Angst und war deprimiert.
Jetzt, an Tag 16, geht es bergauf. Die rechte Seite ist fast frei von Belägen, die linke Seite braucht noch etwas Zeit wegen der verödeten Stelle. Schmerzen habe ich kaum, alles ist gut auszuhalten.

Wichtiger Hinweis:
Wenn sich die Beläge lösen und das frische Gewebe frei liegt, kann es brennen – das gehört zum Heilungsprozess!

Meine Tipps:
– Viel essen und trinken
– Viel kühlen
– Viel Eis
– Tabletten wenn möglich klein machen
– Und sich unbedingt an die Anweisungen der Ärzte halten!

Ob ich die OP bereue?
Es gibt Tage, an denen ich es bereue – aber das meine ich nicht ernst. Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht.

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