Ein Erfahrungsbericht von Peter
Zu allererst möchte ich mich für diese grandiose Seite bedanken, die mir sehr viel Sorge abgenommen hat.
Ich, männlich 33 Jahre alt, schreibe diesen Erfahrungsbericht noch während meiner Genesungszeit.
Meine Mandeln mussten aufgrund einer rezidivierenden Tonsillitis mit mehrmaliger Antibiotika-Therapie raus. Diesen April musste ich 30 Tage am Stück Antibiotika nehmen, da es sonst nach 3 Tagen wiederkam. Zusätzlich hat schon angefangen meine Niere Probleme zu machen. Stichwort Glomerulonephritis.
Die OP war am 22.08.2024. Ich sollte am OP-Tag um 09:30 Uhr da sein. Angemeldet und ab auf Station, wo mir schon die Verhaltensregeln nach der OP ausgehändigt wurden.
Um 14:30 kam die Gesundheits- und Krankenpflegerin in mein Zimmer, ich solle mich bitte bereit machen. OP-Hemd an und los ging es. Ich muss sagen, es war meine erste Operation, deshalb war ich unglaublich nervös.
Nachdem ich von meinem Bett auf den Tisch gelegt worden bin, musste ich in einem Vorraum noch für ca. 20 Minuten liegend warten.
Dann ging es in den OP. Zugänge wurden gelegt und dann kam die Anästhesistin und fragte mich, ob ich noch Fragen hätte. Meine Antwort? Für Fragen ist es jetzt auch schon zu spät. Ich bekam erst ein starkes Schmerzmittel und anschließend eine Atemmaske auf. Ich sollte tief einatmen. Dann bekam ich das Narkosemittel (Propofol). Mir wurde gesagt, ich soll in das Licht schauen und mir vorstellen ich sei im Urlaub. Als ich das Reden nicht aufhörte, wurde mir noch etwas Narkosemittel verabreicht. Zack und aufgewacht im Aufwachraum.
Schmerzen nach dem Aufwachen 0/10. Ich wollte sofort selbstständig aufstehen und mir etwas Wasser holen. Die Schwestern brachten mir etwas, und ich bestand umgehend auf mein Zimmer zu kommen, da ich zu meiner Familie wollte.
An diesem Abend bekam ich leider nur 2 Vanillepudding, obwohl ich einen Bärenhunger hatte 😀
PostOP Tag 1: Schmerzen sind erstaunlich entspannt. Schmerzskala 1/10. Ich freute mich auf das Frühstück und aß alles auf. Meine Schmerzmedikation war 3x Ibuprofen 600 und bei Bedarf Metamizol (Novalgin) was ich noch nicht brauchte.
Alle Mahlzeiten gingen wunderbar zum essen und ich merkte nicht viel beim Essen.
PostOP Tag 2: Die Schmerzen wurden unwesentlich stärker. Alles im Rahmen. Schmerzskala 2/10
PostOP Tag 3: Langsam stieg die Schmerzskala, aber immer noch soweit entspannt. Schmerzskala 3/10. Ich bekam 2x Novalgin zusätzlich.
PostOP Tag 4: Da die Ärztin bei der Visite einen unangenehmen Geruch wahrnahm, bekam ich ab sofort Antibiotika Unacid IV, zusätzlich noch einmalig Kortison, um das Abschwellen zu beschleunigen. Ab diesem Tag wurde das Essen immer unattraktiver… nur aber wegen der Gerichte und nicht wegen der Schmerzen.
PostOP Tag 5: Entlassungstag 🙂 Ich sollte die Schmerzmedikation mit Ibuprofen weiter nehmen und AmoxiClav 1000mg für mindestens 6 Tage. Zuhause angekommen habe ich mich erstmal ausgeruht. Ich trank bis dahin kalten Tee und aß etwas Eis. Ich muss dazu sagen, dass ich Eis gar nicht so gerne mag 😀
PostOP Tag 6: Ein Güterzug überfuhr mich. Die Schmerzen kamen und wie! Die Schmerzen waren so schlimm, dass ich umgehend zu meinem HNO bin. Dieser meinte, dass alles gut aussah. Er verschrieb mir Tilidin Tabletten 2x200mg. Es wurde nur unwesentlich besser. Ich zwang mich zum essen. Schmerzskala 6/10.
PostOP Tag 7: Nach dem aufwachen am Morgen konnte ich kaum einen klaren Gedanken fassen. Die Schmerzen überwältigten mich. Ohne Schmerzmittel ging gar nichts. Ab diesem Tag sah meine Schmerzmedikation folgendermaßen aus. 2x200mg Tilidin, 2400mg Ibuprofen, 4000mg Paracetamol. Selbst mit dieser Medikation war ich keine Minute komplett schmerzfrei. Schmerzskala 8/10
PostOP Tag 8: Beim Schlucken kamen Kiefer und Ohrenschmerzen dazu. Schmerzskala 9/10. Essen war nur mit Tränen in den Augen möglich wegen der Ohrenschmerzen.
PostOP Tag 9: Termin beim HNO. Er sah mich und sagte, sind miese Schmerzen oder? Meine Antwort: Sowas von Doc. Er meinte zu mir, dass viele diese OP auf die leichte Schulter nehmen. So wie ich auch…großer Fehler.
Er empfahl mir AmoxiClav 1000mg noch weitere 5 Tage zu nehmen, um die Entzündung weiter zu bekämpfen und gab mir statt Ibuprofen Diclofenac (Voltaren Resinat).
Post OP Tag 10: Die Schmerzen beim aufwachen sind immer noch die Hölle. Erster Tag mit neuen Schmerzmitteln. Ich solle nur Voltaren nehmen und bei Bedarf Tilidin. Ich kam gut mit Voltaren über den Tag. Da wurden endlich die richtigen Schmerzrezeptoren angesprochen.
PostOP Tag 11-13: Ab Tag 11 ging es bergauf. Die Schmerzen wurden endlich weniger und mit Voltaren hatte ich wirklich das korrekte Schmerzmittel.
Beim essen sollte ich auf etwas Festeres umsteigen. Ich trank viel eiskalten Kamillentee um alles schön feucht zu halten.
Weiter bin ich aktuell nicht. Ich kann wieder halbwegs normal essen und es schmerzt nur noch ganz leicht. Ich kühle den Nacken regelmäßig, um die Gefäße kühl zu halten und um Nachblutungen zu vermeiden. Bisher war alles ruhig. Ich hoffe das bleibt auch weiterhin so.
Ich kann nur jedem raten, dass diese OP mit Schmerzen verbunden sind. Die gesundheitlichen Vorteile überwiegen in den meisten Fällen jedoch.
Hallo Peter,
wie haben sich deine Nierenprobleme geäußert? Ich habe wegen der Mandeln innerhalb von 2 Monaten 3x AB bekommen.
Nun starke Nierenschmerzen linksseitig, mit Fieber & Schüttelfrost, ohne vorher wissentlich eine Blasenentzündung gehabt zu haben. Eine Hausärztin wollte mir nun einfach wieder ein AB für die Nieren verschreiben, aufgrund erhöhter Entzündungswerte. Glaube aber, dass die Nierenbeschwerden durchaus von den Mandeln kommen können.