Versteckte chronische Mandelentzündung

Ein Erfahrungsbericht von Aline

Gerne möchte ich mich als erstes für diese tolle Homepage bedanken! Durch sie habe ich mich nicht ganz so alleine mit meiner persönlichen Mandel-Geschichte gefühlt. Von dieser möchte ich hier gerne berichten und hoffe damit anderen vielleicht helfen zu können. 

Ich bin weiblich und 36 Jahre alt. 
Im Februar 2023 bekam ich plötzlich eine akute Mandelentzündung. Die letzte Entzündung hatte ich, als ich ein Teenager war. 
Ich erhielt Antibiotika zu Behandlung, welche auch gleich anschlugen. Da ich aber ein neugeborenes Baby hatte, konnte ich mich nur schlecht erholen und Schlafmangel machte mir zu schaffen. 

Grundsätzlich bin ich sehr selten krank und wenig bis nie erkältet, aber ab April 2023 hatte ich immer wieder das Gefühl krank zu werden. 
Es begann mit Halskratzen, meine Lymphknoten am Hals waren geschwollen und ich fühlte mich erschöpft. Dieses Gefühl hielt sich zwei bis fünf Tage und verschwand dann wieder. Zunächst fühlt ich mich alle drei Wochen für ein paar Tage so und ab Sommer 2023 fühlte ich mich dann fast wöchentlich so.

Zu den genannten Symptomen fühlte ich mich abgeschlagen, war wie benebelt, hatte Mühe mich zu konzentrieren, war vergesslich, fühlte mich nach einer guten Nacht voller Schlaf trotzdem total gerädert und hatte eine verwaschene Aussprache. 
In diesen akuten Phasen musste ich viel liegen, weil ich so kraftlos war. Ich war dann auch nicht in der Lage zu arbeiten oder den Haushalt zu bewältigen. 
Sport konnte ich ebenfalls keinen mehr machen. Mein Puls geriet ausser Kontrolle und überhaupt war ich oft ausser Atem.

Ich ging zum Arzt, aber laut Bluttest war alles in Ordnung. Die Entzündungswerte waren zwar erhöht aber immer noch in der Norm. 
Weil ich zweimal während dieser Zeit ohnmächtig wurde, schickte der Arzt mich zum Neurologen (Abklärung Epilepsie). Ohne Ergebnis. 
Mein Herz wurde untersucht. Alles in Ordnung. 
Am Ende wusste der Arzt auch keinen Rat, sagte, dass es vielleicht an dem wenigen Schlaf mit Baby liegen könnte und, dass die KiTa-Viren halt auch ihren Beitrag leisten würden… 

Ich ging gedanklich zurück, fragte mich wann das alles angefangen hatte und kam auf die akute Mandelentzündung im Februar. 
Ich durchforschte das Netz Tag für Tag. Irgendwann stiess ich auf eine Seite auf denen meine Symptome in Verbindung gebracht wurden mit einer chronischen Mandelentzündung. Da begann ich täglich im Rachen nachzuschauen und fand heraus, dass ich in den akuten Phasen immer wieder einzelne kleine gelbe Punkte auf den Mandeln hatte. Ausserdem sahen meine Mandeln an zwei Stellen wie vernarbt aus (fand ich). 
In dieser Zeit musste ich einmal ins Krankenhaus, weil es mir so schlecht ging. Mein Puls war zeitweise bei 50 unten und das während ich in Bewegung war. 

Ich bestand auf eine Überweisung zum HNO-Arzt, auch wenn mein Hausarzt meinte, dass er nicht glaube, dass es an den Mandeln liegt. 
Der HNO-Arzt selbst konnte auch nicht sagen, ob es an den Mandeln liegt, aber er bot mir trotzdem an diese zu entfernen, wenn ich das wolle, mit der Warnung, dass es eine schmerzhafte Geschichte ist. 

Weil ich mir wirklich sicher war, dass dies der Grund allen Übels war, liess ich die Mandeln im November 2023 entfernen. 
Die OP verlief gut. Mein HNO Arzt kam direkt nach der OP zu mir und teilte mir mit, dass meine Mandeln total zerfressen waren. Sie wären in einem üblen Zustand gewesen und von aussen hat das in keiner Weise so den Anschein gemacht. Er wäre sehr überrascht gewesen. 

Während des Heilungsprozesses hatte ich keine Nachblutungen. 
Die Schmerzen waren ziemlich heftig aber mit Medikamenten, viel trinken, kühlen, usw. auszuhalten. Ab dem 10. Tag ging es steil bergauf. 

Nun, fast ein Jahr später, kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war. 
Ich habe keine der genannten Symptome mehr. Ich bin seither einmal erkältet gewesen und sonst war ich nicht einmal krank. 
Mein Puls hat sich normalisiert und ich kann auch wieder Sport treiben. 

Manchmal lohnt es sich eben doch, wenn man im Netz nach einer Antwort sucht und auf sein Körpergefühl vertraut!

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