Völlig unterschätzt …

Ein Erfahrungsbericht von Balduin

… habe ich die Entfernung der Gaumenmandeln unter Vollnarkose in der Charité in Berlin.
Ich hatte am Tag meiner OP ganze 15 Stunden ohne Wasser und Trinken gewartet, bis ich abends um 21 Uhr noch „ran durfte“. Es gab nachmittags einen Notfall, allerdings wurde ich erst um 19 Uhr informiert, dass ich bald operiert werden würde. Vorher keine Information… ein Test der Nervenstärke.

Tag 1 – 3 im Krankenhaus:
Geschwollenes Zäpfchen, Schlafprobleme, Schluckbeschwerden. Trinken von reichlich Salbei-Tee hat mir geholfen.
Entlassung aus der Klinik an Tag 4 kam mit unglaublich schmerzhaften Episoden, Ohrenschmerzen, Kieferschmerzen. Zu Hause kam es dann auch noch zu Blutungen, die ich unter Aufsicht meiner Eltern mit Coolpack im Nacken aber selber stillen konnte. An Tag 5 stärkerer Mundgeruch, offensichtlich bakterielle Infektion – zurück ins Klinikum und Verabreichung eines Antibiotikums. Tipp: Trinken immer in sehr kleinen Schlückchenmengen. Beim Essen hat mir Eis tatsächlich geholfen. Aber da ich hörte, dass dadurch das Nachblutungsrisiko bei anderen zunahm, hab ich das dosiert.
Tag 6 immer noch große Schmerzen, aber ohne bakterielle Infektion, vor allem zog sich der Schmerz bei Trinken und Essen enorm ins linke Ohr, was erst gestern, an Tag 9, weniger wurde. Offensichtlich ist bei mir die Stelle mit der größeren Operationswunde links, immer noch nicht gut verheilt. Die Wunden sind dort noch offen. Ich hätte in der ersten Woche wahrscheinlich besser eins zwei Tage gar nichts essen und die Zunge ruhen lassen sollen.
Heute (19.01.24) ist Tag 10 und ich faste den ganzen Tag und es wird besser. Leichte Schluckbeschwerden und die offene Wunde schließt sich nun langsam.
Ich hatte die ersten 9 Tage durchgängig Schmerzmittel genommen. An den schlimmsten Tagen das Opiat Tramadol.
Die Schmerzen nach der OP sind durchgängig gewesen und das Unbehagen und die Furcht vor Trinken und Essen haben mich etwas umgehauen.

Mein Tipp für die, die es noch vor sich haben:
Bucht eine nahestehende Person für die Zeit nach dem Krankenhaus, die euch für Tage 4 – 8 post-OP so viel wie möglich beistehen kann. Und lasst euch ordentlich Schmerzmittel mitgeben.
Alles Gute!

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