Vor- ohne Nachblutung

Ein Erfahrungsbericht von Florian

Kurze Vorgeschichte:

Über Jahre hinweg hatte ich, männlich 33, immer wieder Entzündungen, zuletzt 1,5 Monate am Stück, ohne dass ein Antibiotikum noch etwas ausrichten konnte. Das brachte die Entscheidung durchzugreifen.

Die OP unter Vollnarkose ist gut verlaufen, Wundstellen wurden verödet und ich komme im Aufwachraum zu mir. 

Tag 0 – 2 

Die ersten zwei Stunden nach Vollnarkose Kreislaufprobleme und Schwäche bei aufsetzen. Nach dem Abendessen (Brötchen mit Käse und Wurst, Pudding) glücklicherweise besser.

Essen geht sehr gut in den ersten zwei Tagen, die Schmerzen blieben moderat. Hatte neben dem Frühstück und Abendessen (Brötchen (ohne Körner) mit Butter Käse und Wurst + Joghurt) immer ein volles Mittagessen. Kartoffelsuppe mit Wiener / Rosenkohl mit Kartoffelgratin / Reis mit Geschnetzeltem (Aufbaukost). Natürlich immer sehr gut kauen, langsam machen und fast jedes Schlucken mit lauwarmem Kamillentee begleiten. Normalerweise esse ich selten Fleisch, hatte jedoch das Gefühl mein Körper braucht alles was irgendwie möglich ist. Zudem wurde empfohlen möglichst “normal” zu essen. 

Tag 3 – 8

Die Schmerzen nahmen einfach gesagt jeden Tag zu. Besonders nachts und morgens sticht es manchmal wirklich bösartig, dank dem Schmerzmitten bleibt es jedoch im Rahmen. Natürlich spürt man, dass man eine große Wunde im Mundraum hat und ist vorsichtig mit Sprechen und allen Bewegungen.

(Tag 4 nach der OP werde ich entlassen)

Medikation:

Nehme nach Krankenhaus-Verordnung alle 8h 600er Ibu und alle 6h 2x500er Paracetamol. Damit ist der Großteil der Schmerzen bei mir gut gedeckt. 

Pantoprazol morgens bitte nicht vergessen! 1h vor dem Frühstück, um den Magensäureüberschuss, welcher durch Ibuprofen entsteht, runter zu schrauben. Bitte selbst recherchieren.

Essen:

Esse weiterhin wie im Krankenhaus drei Mal täglich. Dünste und brate mir allerlei Gemüse mit Tofu und Kichererbsen. Dazu Reis/ Kartoffeln mit Butter. Alles leicht gesalzen. Essen gehört tatsächlich zu meinen Highlights, immer langsam und vorsichtig aber lecker. Immer gut gurgeln nach dem Essen, da sich Essensreste in den Mulden sammeln. Ist nicht schlimm, erfordert aber Beachtung. Ich kann selbst herumlaufen und kochen.

Ich habe Angst vor Nachblutungen (Also eine psychische Belastung, ab und zu beim Essen und nachts in verrückten Träumen) Ich schlafe nie durch, aber mit Glück mal 4-6 h am Stück. Oberkörper erhöht auf ein paar Kissen, dadurch entsteht gefühlt weniger Schmerz und Druck auf der Wunde.

Blutung in Nacht 8

Ich wache von einem starken Schluckschmerz auf, da mein Körper wahrscheinlich versucht hat das Blut runterzuschlucken. Ich habe Panik, kühle Hals und Nacken. Es läuft aus einer Stelle im Rachen, ich spucke oftmals frisches Blut aus, habe jedoch nicht das Gefühl, dass es mehr wird. Nach 20 Minuten war es wieder weg, nach ärztlicher Meinung wäre es auch schon genug gewesen um den Krankenwagen zu rufen, da sowas auch eine Vorblutung sein kann, welche dann erst so richtig loslegt. Beim zweiten Mal hätte ich den Krankenwagen gerufen, blieb jedoch glücklicherweise verschont.

Die nächsten 4 Tage: Schlafen in stärker aufgerichteter Position, um kein Risiko mehr einzugehen.

Tag 9 – 10 Schmerzen bleiben ähnlich/ nehmen leicht ab. Beläge beginnen sich zurückzubilden. Bei mir fallen sie nicht ab, sondern verheilen Stück für Stück.

Tag 11 – 12 

Reduziere Schmerzmittel, Tag 12 ist der erste Morgen und dann auch Tag den ich ohne Schmerzmittel durchstehe. Beläge immer noch sichtbar, doch es wird beständig weniger.

Tag 13 – 14

Meine innere Energie kommt zurück und ich habe das Gefühl meinen Körper wiederzuhaben. Spüre, dass die Wundstellen weiter heilen, habe jedoch keine Schmerzen mehr. Eher wie eine sanfte Erkältung. Mein Kreislauf ist wieder besser in Form, ich kann selbstständig kleine Unternehmungen machen. Ich denke ab jetzt geht es jeden Tag ein gutes Stück besser.

Abschluss Diagnose HNO: Alles verheilt gut, Kehlkopf sieht gut aus. Noch weitere zwei Wochen auf Sport verzichten. 

Fazit: 

Ich denke wer in der Nähe eines Krankenhauses bleibt hat nicht viel zu verlieren, ob mit oder ohne Komplikationen, am Ende steht ein Leben ohne Dauerentzündung und Krankheit. Viele Momente waren schmerzhaft, aber hey, diese Momente gehen vorbei. Die 14 Tage Lebenszeit wahren gut investiert – ein Bruchteil der Zeit die ich bisher mit Mandelentzündungen verbracht habe. Ich freue mich auf ein Leben ohne die Biester welche mich immer wieder ausgebremst haben. Ich wünsche allen gutes Durchhalten und viel Mut und Zuversicht.

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