Thema Körperliche Betätigung

Ganz ehrlich? Ich war die ersten Tage nach der Operation derart schwach, wie ich es als Erwachsener nicht für möglich gehalten hätte. An körperliche Betätigung war überhaupt nicht zu denken. Mein Körper hat mir eindeutig signalisiert, dass er Ruhe benötigt und jedwede Anstrengung gerade unerwünscht ist. Dieser Selbstschutz hilft dabei, dass man sich nicht übernimmt, denn das Risiko einer Nachblutung ist auch dann noch gegeben, wenn man sich vielleicht schon wieder fit und arbeitsfähig fühlen sollte. Hören Sie auf Ihren Körper und gönnen Sie ihm lieber etwas mehr und etwas länger die nötige Ruhe – Ihre Genesung hat Vorrang vor Terminen und fälligen Arbeiten.

„Roter Kopf“

Eine elementare Grundregel besagt, dass Sie nichts tun sollen, wodurch Sie einen „roten Kopf“ bekommen. Darunter fällt jede körperliche Anstrengung, die Ihren Kreislauf in die Höhe treibt. Sie sollten also auf keinen Fall schwer heben und sich sofort hinsetzen, wenn Sie merken, dass Ihr Puls gerade in die Höhe geht. Lassen Sie sich wie gesagt Ihre Tasche tragen und „seien Sie Patient“.
Ich wohne in einer Dachwohnung ohne Aufzug – für die Treppe nach der Entlassung aus dem Krankenhaus habe ich eine Ewigkeit gebraucht und mich auf jeder Etage bestimmt zwei Minuten ausruhen müssen. Selten habe ich mich schwächer gefühlt und niemals hätte ich mir dies vorher so ausgemalt. Daher: Die „Kein-roter-Kopf“-Regel, ist vermutlich eine der wichtigsten Grundregeln für die Zeit nach der OP.

Sport

Für Sport haben Sie mindestens die ersten zwei bis drei Wochen überhaupt keinen Sinn und dies körperlich gar nicht ginge. Auch wenn Sie sich ab der dritten Woche vielleicht schon wieder ganz gut fühlen, würde ich für den ersten vollen Monat nach der OP auf Fitnessstudio & Co. verzichten. Gönnen Sie sich die Auszeit und schonen Sie sich im Interesse der Genesung.

Sauna und Sonne

Was ebenfalls einen roten Kopf macht, ist Hitze. Pauschal gilt die Regel, dass Sie mindestens drei Wochen lange nicht in die Sauna gehen sollten. Ich wäre hier vorsichtiger und würde noch eine Sicherheitswoche als Puffer drauflegen, da die Hitze in der Sauna eine extreme körperliche Belastung darstellt. Meiden Sie außerdem längere direkte Sonnenbäder. Mein Arzt hat mir sogar explizit verboten, in den ersten zwei Wochen nach der OP in der Mittagssonne zu sitzen (meine OP war im März – diese Regel gilt daher umso mehr, sofern Sie im Sommer operiert werden). Auch hier liegt der Grund in der Begünstigung der Durchblutung in Wundnähe und damit der Erhöhung der Nachblutungsgefahr. Also lieber auf Nummer Sicher gehen und solche vermeidbaren Risiken minimieren.

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2 Kommentare zu „Körperliche Betätigung“

  1. Hallo…
    Ich hatte vor 16 Tagen meine Mandel-Op und kann schon wieder gut essen… aber es schmeckt alles sehr komisch, und ich habe immer noch etwas Wundschorf.
    Meine Frage ist wo meine Frau mir wieder eine Rückenmassage geben kann oder wäre das nicht gut wegen der durch Blutung? Mfg

    1. Hallo Benjamin,
      nach 16 Tagen kann es noch komisch schmecken – das würde ich (aus Laiensicht) noch nicht als besonders auffällig bezeichnen. Dass noch Wundschorf da ist, ist eher etwas unüblich nach der Zeit. Aber auch das kann durchaus sein, wenn es kleine Wundstellen gab, die quasi neu verschorft sind und dies gar nicht von der Mandel-OP selbst herrührt. Ggf. wäre das eine Frage an Ihren HNO-Arzt im Zuge eines Nachsorgetermins.
      Was die Rückenmassage angeht kann ich leider nichts verlässliches sagen. Einerseits sind 16 Tage nach der OP schon aus der Hauptgefahrenzone; gleichzeitig ist jeder Heilungsverlauf sehr individuell.
      Mein persönliches Bauchgefühl sagt mir, dass die reine Belastung und der Druck unangenehm sein könnte und vielleicht nicht schädlich, aber vermutlich auch nicht dienlich ist. Hier müssen Sie selbst bewerten, ob sich so etwas gut oder weniger gut anfühlt.
      Viele Grüße und weiter gute Genesung.
      Christian Brechtel

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